Wofür braucht man einen Grundriss?
Ein professioneller Grundriss kostet je nach Variante meist zwischen 30 und 400 Euro, günstige 2D-Grundrisse aus vorhandenen Bauplänen liegen am unteren, maßgenaue CAD- oder 3D-Grundrisse am oberen Ende der Spanne. Ein Grundriss ist die zweidimensionale, maßstabsgetreue Darstellung einer Immobilie von oben. Er zeigt Raumaufteilung, Wandverläufe, Türen, Fenster und häufig auch Flächenangaben je Raum. Gebraucht wird er in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen: beim Immobilienverkauf und in der Vermietung als fester Bestandteil des Exposés, bei Renovierung und Möblierungsplanung, für Bauanträge und Umbauten sowie als Referenz für Handwerker und Versicherungen.
Gerade im Immobilienmarketing hat der Grundriss inzwischen einen festen Stellenwert. Interessenten scrollen in Portalen zuerst durch die Bilder, bleiben aber deutlich länger bei Anzeigen hängen, die zusätzlich einen klaren, gut lesbaren Grundriss zeigen. Wer einen Grundriss zeichnen lässt, investiert also nicht nur in Dokumentation, sondern direkt in bessere Vermarktung.
Varianten: Handzeichnung, CAD, Laserscan und 3D-Scan
Wer einen Grundriss erstellen lassen möchte, hat grundsätzlich vier gängige Optionen zur Auswahl, die sich in Aufwand, Genauigkeit und Preis deutlich unterscheiden.
Handzeichnung nach Aufmaß
Bei dieser klassischen Variante wird vor Ort mit Zollstock, Laser-Entfernungsmesser oder vergleichbaren Hilfsmitteln von Hand aufgemessen, anschließend wird der Grundriss digital oder auf Papier gezeichnet. Diese Methode ist vergleichsweise günstig, aber fehleranfälliger als technische Aufmaßverfahren, insbesondere bei komplexen Grundrissen mit vielen Winkeln.
CAD-Grundriss
Aus vorhandenen Bauplänen oder eigenen Aufmaßen entsteht ein digitaler CAD-Grundriss, häufig inklusive Möblierung, Beschriftung und Wohnflächenberechnung nach DIN 277 oder der Wohnflächenverordnung. Diese Variante eignet sich besonders gut für Exposés, weil sie optisch hochwertig und gut lesbar ist.
Laserscan
Beim Laserscan wird die Immobilie mit einem 3D-Laserscanner millimetergenau erfasst, daraus lässt sich anschließend ein sehr präziser Grundriss ableiten. Dieses Verfahren ist vor allem im gewerblichen und im Architekturbereich verbreitet, wo höchste Genauigkeit gefragt ist, etwa für Bestandsdokumentation oder Umbauplanung.
3D-Scan mit integriertem Grundriss
Bei einem 360°-3D-Scan, wie er in der Immobilienvermarktung zunehmend eingesetzt wird, wird die gesamte Immobilie mit einer 3D-Kamera erfasst. Aus diesen Daten berechnet die Software automatisch einen maßgenauen Grundriss, oft sogar in mehreren Ansichten inklusive Dollhouse-Darstellung. Der große Vorteil: Grundriss, virtueller Rundgang und Flächenangaben entstehen aus einem einzigen Aufnahmetermin.
Kosten im Überblick: Was ein Grundriss kostet
Die Kosten für einen Grundriss erstellen zu lassen hängen stark von Verfahren, Objektgröße und gewünschtem Detailgrad ab. Als grobe Orientierung für eine durchschnittliche Wohnung bis etwa 90 Quadratmeter:
Preisspannen je Verfahren
- Einfacher 2D-Grundriss aus vorhandenen Bauplänen: circa 30 bis 80 Euro
- CAD-Grundriss mit Aufmaß vor Ort, Möblierung und Flächenberechnung: circa 100 bis 250 Euro
- Laserscan mit hochpräzisem Grundriss, meist im Gewerbebereich: ab etwa 300 Euro, je nach Objektgröße deutlich mehr
- Grundriss inklusive 3D-Scan und virtuellem Rundgang: abhängig vom Gesamtpaket, der Grundriss selbst fällt dabei in der Regel ohne separate Zusatzkosten an
Größere Objekte
Bei größeren Objekten, Mehrfamilienhäusern oder Gewerbeimmobilien steigen die Kosten naturgemäß mit der Fläche und der Komplexität der Aufteilung. Ein individuelles Angebot lohnt sich in solchen Fällen fast immer.
Was den Preis treibt
Mehrere Faktoren beeinflussen, wie viel es kostet, einen Grundriss erstellen zu lassen:
Objektbezogene Faktoren
- Objektgröße: Mehr Quadratmeter und mehr Räume bedeuten mehr Aufwand bei Aufmaß und Zeichnung.
- Verfügbarkeit von Bauplänen: Liegen bereits Baupläne vor, entfällt das Vor-Ort-Aufmaß, was Zeit und Kosten spart.
Leistungsbezogene Faktoren
- Genauigkeitsanforderung: Millimetergenaue Aufmaße für Bauanträge sind aufwendiger als überschlägige Grundrisse fürs Exposé.
- Zusatzleistungen: Möblierung, Flächenberechnung nach Norm, mehrere Ansichten oder eine 3D-Darstellung erhöhen den Preis.
- Kombination mit anderen Leistungen: Wird der Grundriss im Rahmen eines 3D-Scans miterfasst, sinken die Kosten pro Einzelleistung meist deutlich, weil nur ein Termin und ein Datensatz nötig sind.
Ablauf, wenn Sie einen Grundriss erstellen lassen
Unabhängig von der gewählten Variante läuft der Prozess in der Regel ähnlich ab. Zunächst wird geklärt, ob bereits Baupläne vorliegen oder ein Aufmaß vor Ort notwendig ist. Beim Vor-Ort-Termin werden alle Räume vermessen beziehungsweise gescannt, anschließend wird der Grundriss digital erstellt und in ein sauberes, exposé-taugliches Layout gebracht. Zum Schluss erhalten Sie den Grundriss meist als PDF und häufig zusätzlich als hochauflösende Bilddatei für Portale und Websites.
Wie genau muss ein Grundriss sein?
Für die reine Vermarktung genügt in der Regel ein Grundriss mit Maßgenauigkeit im Zentimeterbereich, das reicht aus, um Interessenten ein realistisches Bild der Raumaufteilung zu vermitteln. Für Bauanträge, Umbauten oder Versicherungsnachweise ist dagegen eine höhere Präzision gefragt, hier sollten Sie auf ein Verfahren mit Laser- oder 3D-Vermessung setzen, statt sich auf grobe Schätzungen zu verlassen.
Vergleichstabelle der Varianten
| Verfahren | Typische Kosten | Genauigkeit | Zusatznutzen |
|---|---|---|---|
| Handzeichnung | gering | eingeschränkt | keiner |
| CAD-Grundriss | mittel | gut | Möblierung, Flächenberechnung |
| Laserscan | hoch | sehr hoch | Bestandsdokumentation |
| 3D-Scan | im Gesamtpaket enthalten | hoch | virtueller Rundgang, Fotos, Videoclips |
Der Grundriss, der beim Scan automatisch entsteht
Wer ohnehin einen virtuellen 3D-Rundgang für die Vermarktung erstellen lässt, bekommt den maßgenauen Grundriss in der Praxis meist ohne zusätzlichen Aufwand mitgeliefert. Die 3D-Kamera erfasst beim Rundgang durch die Immobilie automatisch alle Maße, aus denen die Software anschließend sowohl den begehbaren Rundgang als auch den 2D- und 3D-Grundriss berechnet.
Für Makler und Hausverwaltungen bedeutet das einen klaren Effizienzgewinn: Statt separat einen Grundriss zeichnen zu lassen und zusätzlich Fotos zu organisieren, liefert ein einziger Aufnahmetermin alles, was für ein vollständiges Exposé benötigt wird, inklusive der Grundlage für die spätere digitale Hausverwaltung des Objekts. Wie sich diese Objektakte über die Vermarktung hinaus in Verwaltung und Schadensnachweis nutzen lässt, lesen Sie im Artikel zu digitaler Hausverwaltung und Hausverwaltungssoftware, sowie in der Checkliste Immobilienbesichtigung und Immobilienfotografie. Für ein individuelles Angebot nehmen Sie über die Kontaktseite Kontakt auf.


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